Wenn über Schimmel gesprochen wird, fallen meist die gleichen Namen: Aspergillus, Penicillium, Chaetomium oder Stachybotrys.
Ein Schimmelpilz wird dabei erstaunlich selten erwähnt: Fusarium.
Das ist bemerkenswert, denn Fusarium ist keineswegs selten. Im Gegenteil. In vielen Gebäuden, insbesondere nach Feuchtigkeitsschäden, kann dieser Pilz nachgewiesen werden. Trotzdem steht er oft nicht im Mittelpunkt der Diskussion.
Warum ist das so?
Fusarium ist überall – aber kaum jemand spricht darüber
Fusarium kommt natürlicherweise in Böden, Pflanzen und der Umwelt vor.
Dadurch wird sein Nachweis häufig als „normal“ eingestuft.
Das Problem dabei:
Auch Aspergillus, Penicillium oder Cladosporium kommen natürlicherweise in der Umwelt vor. Trotzdem können sie in Innenräumen problematisch werden, wenn sie sich vermehren oder dauerhaft vorhanden sind.
Dass Fusarium natürlich vorkommt, bedeutet also nicht automatisch, dass hohe Innenraumbelastungen bedeutungslos sind.
Warum Fusarium in Gebäuden wächst
Fusarium liebt Feuchtigkeit.
Besonders häufig findet man ihn auf:
- feuchten Gipskartonplatten
- Tapeten
- Holzwerkstoffen
- Teppichen
- Dämmmaterialien
- wasserbeschädigten Baumaterialien
Er tritt häufig nach:
- Rohrbrüchen
- Leckagen
- Hochwasserschäden
- langanhaltender Feuchtigkeit
auf.
Anders als Stachybotrys benötigt Fusarium nicht immer jahrelange Durchfeuchtung. Bereits anhaltende Feuchtigkeit über Wochen kann günstige Bedingungen schaffen.
Das Besondere an Fusarium
Fusarium ist nicht nur ein Schimmelpilz.
Viele Arten dieser Gattung können verschiedene Mykotoxine produzieren.
Dazu gehören unter anderem:
- Trichothecene
- Fumonisine
- Zearalenon
- Moniliformin
Diese Stoffe werden seit Jahren intensiv erforscht, insbesondere im Zusammenhang mit belasteten Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Expositionen.
Dadurch gilt Fusarium unter Mykologen als eine der toxinrelevanten Schimmelgattungen.
Warum Fusarium oft übersehen wird
Ein Grund ist seine Optik.
Fusarium bildet nicht immer die typischen schwarzen oder dunkelgrünen Kolonien, die Menschen mit Schimmel verbinden.
Je nach Art kann er:
- weiß
- rosa
- lachsfarben
- rötlich
- violett
erscheinen.
Dadurch wird er häufig nicht als Schimmel erkannt.
Ein weiterer Grund:
Viele Standarddiskussionen im Schimmelbereich konzentrieren sich fast ausschließlich auf Stachybotrys oder Aspergillus. Fusarium fällt dabei oft durch das Raster, obwohl er in zahlreichen Untersuchungen wasserbeschädigter Gebäude nachgewiesen wird.
Mögliche Hinweise auf eine Belastung
Wie bei anderen Schimmelpilzen gibt es keine Symptome, die ausschließlich für Fusarium typisch sind.
Betroffene berichten jedoch häufig über Beschwerden wie:
- Reizungen der Atemwege
- chronische Nebenhöhlenprobleme
- Augenreizungen
- Hautreaktionen
- Erschöpfung
- Konzentrationsprobleme
Wichtig ist:
Diese Symptome können viele Ursachen haben. Sie beweisen keine Fusarium-Belastung.
Entscheidend ist immer das Gesamtbild aus Gebäudezustand, Exposition und gesundheitlicher Situation.
Die eigentliche Frage ist nicht: „Welcher Schimmel?“
Viele Menschen suchen nach dem „gefährlichsten“ Schimmelpilz.
In der Praxis ist die wichtigere Frage:
Warum wachsen diese Pilze überhaupt?
Fusarium tritt selten allein auf.
Oft findet man ihn gemeinsam mit:
- Aspergillus
- Penicillium
- Chaetomium
- Cladosporium
- Stachybotrys
Das eigentliche Problem ist daher meist nicht ein einzelner Pilz, sondern ein Gebäude mit Feuchtigkeits- und Mikrobiomproblemen.
Fazit
Fusarium gehört zu den Schimmelpilzen, die in der öffentlichen Diskussion erstaunlich wenig Beachtung finden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass er selten ist.
Im Gegenteil: Nach Feuchtigkeitsschäden wird Fusarium regelmäßig nachgewiesen. Seine Fähigkeit zur Bildung verschiedener Mykotoxine macht ihn zusätzlich interessant für die Forschung.
Wer sich mit Schimmel in Innenräumen beschäftigt, sollte deshalb nicht nur auf die bekannten Namen wie Aspergillus oder Stachybotrys schauen.
Manchmal sind es gerade die Schimmelpilze, über die kaum gesprochen wird, die einen genaueren Blick wert sind.
Hinweis: Die gesundheitliche Relevanz einer Schimmelbelastung hängt von zahlreichen Faktoren ab und lässt sich nicht allein anhand einer einzelnen Schimmelart beurteilen. Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine medizinische oder baubiologische Beratung.

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